Samstag, 25. Dezember 2010

Frohe Weihnachten


Dass der Weihnachtsmann auch nach Burundi kommt, beweist dieses Bild. Im Zeichen der Globalisierung spricht er sogar Deutsch, Französisch und Englisch. Gestern war deutscher Familiengottesdienst und im Anschluss kam der Weihnachtsmann nach Bujumbura. Wir hoffen, dass alle Leserinnen und Leser unseres blogs genauso viel Spaß hatten mit ihm, wie wir (er ist eben eine rheinische Frohnatur)!
Frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Best bewachter Gottesdienst


Eigentlich habe ich ja keine Angst, wenn ich zur Kirche gehe. Und heute wäre mir diese Angst, wenn ich sie denn hätte, vollkommen genommen worden, denn rund 30 Polizisten und Soldaten bewachten unsere Kirche. Mit Maschinengewehren und allerlei anderer Feuerwaffen war das Gebäude bestens gesichert. Heute, am vierten Advent, war nämlich Einweihung der Anglikanischen Kathedrale in Bujumbura. Nach 10 Jahren Bauarbeiten erstrahlt sie in vollem Glanz (im wahrsten Sinn des Wortes!) und zog mehr als 1500 Besucher zum Gottesdienst an. Um kurz nach 9.00 Uhr war ich dort, um gegen 13.30 Uhr den rund 500.000 EURO teuren Neubau zu verlassen. Dazwischen lag ein Gottesdienst mit Gesängen, Reden, Ehrungen und Gebeten. Ach ja, warum denn der eingangs erwähnte Sicherheitsaufwand? Ganz einfach. Der Präsident Burundis (Bild Mitte), war der Einladung unseres Bischofs (im Bild links) gefolgt und war neben den oben genannten Sicherheitskräften mit acht body guards angerückt, um der Einweihung beizuwohnen. Der bekennende Christ ließ es sich dann auch nicht nehmen, neben einer predigthaften Rede über die Veränderung der Herzen der Burundier, auch das Abschlussgebet zu sprechen. Befremdlich war es für mich dann doch, einen ehemaligen Rebellenführer zu sehen, der jetzt Präsident eines Landes ist und sich dabei so klar unter Gottes Wort stellt. Welcher Art dieser Glauben ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich an christlicher Regierungsführung zweifle, wenn ich weiß, dass es während den Wahlen 2010 Einschüchterungen und andere Unlautbarkeiten seitens der Partei, der er vorsteht, gab. Es bleibt zu hoffen, dass sein und unser Herz sich immer mehr von Gott füllen lässt und somit eines wird, das das Gute in dieser Welt sucht. Und die Zusage Gottes, dass wenn man ihn aufrichtig sucht, er sich von uns Menschen finden lässt, gilt für uns Missionare, sowie für Präsidenten und die ganze Menschheit.
Ich freu mich jedenfalls, dass der Sicherheitsaufwand unbegründet war und alles in Frieden ablief und wir dann nach dem Empfang gegen 16.00 Uhr zu Hause waren.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Wer mag bei uns Muffins bestellen?


Inzwischen können wir schon eine kleine Auswahl an Muffins bieten. Es gibt welche mit Karotten, Schokolade, Erdnüssen; Fanta, Zitrone, Kakao und auch Ausstecherle. Wir haben auch schon begonnen, Brot zu backen. Wir bieten unsere Waren 3 Mal/ Woche vor der belgischen Schule an und sind froh, dass wir nun dazu die Erlaubnis bekommen haben. Außerdem beliefern wir ein Cafe und ein Restaurant. Es macht uns Spaß, doch beschäftigen uns auch immer wieder existentielle Fragen, z. Bsp. Wie kann es sein, dass wir leckeren Kuchen backen und die Mädchen hungrig zum Backen kommen, oder wieviel müssen wir erwirtschaften, um einigermaßen ein Mindesteinkommen für die jungen Frauen zu sichern? Für mich ist das auch alles neu und so lernen wir Schritt für Schritt zusammen bzw. freuen uns auch über so kleine Wunder, wie aus Eiweiß Eischnee werden kann.
Falls ihr noch tolle Rezepte auf Lager habt, dann lasst es uns doch wissen!!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Ist es der Nikolaus oder St. Nicolas?

Heute Nacht wird es spannend.
Und genauso werden hier entsprechende Vorbereitungen getroffen. Für den Nikolaus werden die Schuhe geputzt. Für den St. Nicola ein Erdbeerbrot, ein Glas Wasser bereit gestellt ,… und nicht zu vergessen: sein Esel soll auch eine Möhre und ein Schälchen Wasser haben, damit sie nach der weiten Reisen von Deutschland, Belgien nach Bujumbura gestärkt werden.
Im Kindergarten wurde eine kleine Anleitung an die Eltern verteilt, damit es am Montagmorgen (am 6.12.) nicht zu allzu großen Verwirrungen bei der internationalen Kinderschar kommt. Wir wünschen euch auch eine spannende Nikolausnacht!

Freitag, 12. November 2010

Wohin verschwindet eigentlich unsere Wäsche?

In letzter Zeit habe ich mich öfters gefragt, warum eigentlich v.a. unsere Unterwäsche weniger im Schrank wird.
An einem Abend Anfang der Woche entdeckte ich eine Maus in unserer Küche und wir beschlossen sofort nicht so schöne Maßnahmen zu ergreifen, nachdem wir schon mal eine mehrköpfige Mäusefamilie beherbergt hatten. So legten wir vergiftete Käsestückchen aus und hofften, so die Maus zur Strecke zu bringen. Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche. Es fehlten auf jeden Fall Käsestückchen, aber die tote Maus haben wir nicht gefunden. Dafür ihr Nest unter unserem Vorratsschrank, indem sich etwa 10 Unterhosen und 2 Hemden von Luis befanden. Die Maus hatte es sich richtig gemütlich gemacht mit unseren Sachen und sie schön zurecht gefressen. Leider scheint es noch mehrere zu geben, da letzte Nacht wieder eine Maus aktiv in unserer Küche war … Um unsere Wäsche zu schützen, müssen wir wohl wieder zu Gegenmaßnahmen greifen. Wer was biologisch wirksames kennt (außer Katzen), kann gern ne Mail schicken

Montag, 8. November 2010

Durchgemachte Nächte

In den letzten Wochen war es schwierig, was zu schreiben. Neben vielen Krankheiten und kleineren Unfällen, war einfach viel los. Vor zwei Wochen war die wildeste Schießerei seit 2 Jahren in Bujumbura und das zum Teil auf unserer Straße. Nachts gegen 0.00h ging es los - schweres Maschinengewehrfeuer - mehr oder weniger direkt vor unserem Haus. Dann ging es fort in den Hügeln. Die letzte "Ruhestörung" war gegen 3h. Die Nacht war für uns Erwachsene schwerer als für die Jungs, die einfach geschlafen haben. Am nächsten Tag haben wir erfahren, dass schon vergangenen Sonntag es Schießereien in anderen Vierteln gab. Bilanz bisher (laut Gerüchten): 8 Tote. Ob es der Beginn eines Bürgerkriegs, Banditentum oder Durchsetzen von politischen Machtinteressen ist, ist noch nicht klar. Wir hoffen, dass es ruhig bleibt. Gesundheitlich haben unsere Kinder grad immer wieder Grippe, Fieber, Husten etc. und somit waren die Nächte nicht so toll.
Besonders Silas trifft es gerade mit Unfällen: eine volle Sigg Flasche ist auf seien Fuß gefallen, wahrscheinlich hat er sich den Zeh angebrochen, dann den Kopf angeschlagen etc - die normalen Dinge des Lebens eben, die aber gerade gehäuft auftreten.
Jetzt wird es langsam wieder besser und wir haben einige schöne "Herbstferientage" verbracht, wofür wir sehr dankbar sind.

Samstag, 9. Oktober 2010

Öffentlichkeitswoche


Diese Woche war eine Woche der Öffentlichkeitsarbeit - im Garten der deutschen Botschaft fand eine Ausstellung statt, die alle deutschen Initiativen in Burundi aufzeigte. Und mittendrin war der Stand der Liebenzeller Mission in Zusammenarbeit mit der Anglikanischen Kirche. Motto unseres Standes war "education délicieuse" - Ausbildung, die schmeckt. Da Tanjas Backgruppe tolle Muffins produziert und verkauft (was uns auch gute Kontakte brachte - frei nach dem Motto: Haste Kekse, haste Freunde), wollten wir hierbei neue " Geschäftspartner" gewinnen und für das Projekt werben. Da fast alle Programme der Liebenzeller Mission in Burundi mit Ausbildung und Bildung zu tun haben, nutzten wir weiterhin die Doppeldeutigkeit, um den Besuchern zu erklären, dass eine gute Ausbildung nicht nur schmeckt (im Sinne von satt macht und zufriedenstellt) sondern auch immer Appetit nach mehr macht: und schon konnten wir erklären, auf welchen Ebenen wir da mitmischen.
Wie immer bei solchen Anlässen, war es toll, auch die anderen Initiativen kennen zu lernen und zu sehen, was Deutsche alles in diesem Land bewegen (wollen) und wer was wie umsetzt - egal ob als staatliche Hilfsorganisation oder als freier Träger.
Einen ähnlichen Effekt hatte auch der Empfang zum 3. Oktober in der Botschaft. Dabei fiel mir mal wieder auf, wie viele Burundier gut deutsch sprechen, weil sie in Deutschland studiert haben oder für eine deutsche Firma arbeiten.