Samstag, 5. September 2009

Ende Teil I

Wenn ihr im blog um einige Monate zurück geht, dann werdt ihr feststellen, dass ich von einerm Versicherungsfall gesprochen habe. Die Jagd nach Papieren und Stempeln hat sich jetzt erledigt – zumindest vorerst. Gestern habe ich wieder mal in diesem Amt gewartet und wieder Mal ein Buch vergessen mituzunehmen (da ich rund eineinhalb Stunden dort war, lohnt es sich mit einem Buch bewaffnet zu sein). Jedenfalls hatte ich es vergessen und musste mir zwischen Warten auf einen Kopierer, auf eine Unterschrift und Warten auf das Suchen der Papiere die Zeit vertreiben. Das Schöne daran ist, dass andere auch Warten (einer wartet seit November 2008 auf die Papiere) und man ins Gespräch kommt. Dadurch haben sich jetzt gute Kontakte zu Menschen in der Behörde ergeben und auch zu einem Magistrat der Stadt, den wir mal einladen wollen, weil ich ihn recht sympatisch fand. Also Warten lohnt sich und das kann auch für deutsche Behörden ein Tipp sein – nicht ärgern, sondern lustig auf Menschen zugehen, die da auch rumhocken!
Jetzt kommt Teil II der Geschichte. Am Montag gehe ich zur Versicherung und beantrage einen Scheck, den ich dann der Werkstatt geben werde, wenn die Reparatur rum ist. Das Ganze kann wiederum 2 Wochen bis 3 Monate dauern – mal schauen, wann die Geschichte beendet ist. Ich werde es Euch wissen lassen, wenn IHR bis dahin nicht die Geduld verloren habt ;-)

Dienstag, 1. September 2009

zurück



Zurück
Nach einer anstrengenden aber tollen tour durch Ostafrika sind wir nun zurück in Burundi. Wir haben gemerkt, dass obwohl Burundi nicht die typischen Merkmale Afrikas hat, die wir aus den Filmen kennen (wie weites, flaches Land, viel Busch, trockenes Gras), es doch ein schönes Land ist. Die Hügel, das Grün und (hoffentlich kommt er bald) der Regen, sind tolle Vorzüge, die unser im Vergleich zu den anderen Ländern überbevölkerter Staat besitzt (Sambia hat rund 10 Mio. Einwohner/ Burundi 8,9 Mio, aber ist dafür rund 25 mal so groß wie Burundi).
Wir freuen uns, dass wir nicht beklaut wurden und keines unserer Kinder krank wurde oder wir nie was schlechtes zum Essen oder trinken bekommen haben (nicht vom Geschmack her, sondern im Sinne von verdorbenem Essen). Unser Treffen in Sambia war echt toll und der Austausch hat gut getan – wir haben entdeckt wie sehr sich die einzelnen Probleme letztlich ähneln und wie wir in unterschiedlichen Kulturen doch auf dieselben Lösungsansätze gekommen sind. Vielleicht wird ja daraus was, da gerade im Landwirtschaftsbereich überall große Probleme da sind und wir da in allen Missionsländern Ostafrikas know-how investieren sollten, um Entwicklung voran zutreiben. Auch unsere Ansätze der Bildungsarbeit und der geistlichen Betreuung der Kinder im Projekt sind im Prinzip nicht schlecht, müssen aber in manchen Bereichen noch überdacht werden. Heute konnte ich mit Jacques da schon drüber reden, da wir gerade dabei sind, das Projekt-Budget für 2010 zu erstellen. Toll ist, dass wir dabei immer gleich weiter denken und suchen, was noch alles möglich ist. Für die Kinder war heute wieder der erste Schultag und damit verblassen schon die Erinnerungen an Elefanten, tolle Sonnenuntergänge und teilweise dürftige Unterkünfte, wie ihr es in den beiden Bildern sehen könnt. Luis übrigens spricht immer wieder von den Dickhäutern: „Fant“ und macht dabei den Eindruck als hätten sie seinen Respekt erlangt. Genauso wie das andere Wort, das er inzwischen auch gut beherrscht: „Fanta“!

Dienstag, 11. August 2009

Dreck, Teil2

Wir sind jetzt in Sambia, wo für einige Tage eine Missionarskonferenz der Liebenzeller Mission stattfinden wird. Da die Anreise und Orga ziemlich lang gedauert haben und auch aufwändig waren, habt ihr schon seit einigen Tagen nichts mehr im blog gelesen. Sorry dafür! Hier mal einige Reisefakten, die Euch die Anreise nach Sambia deutlich machen:
- von Burundi nach Tansania mit dem Auto: in 8 Stunden 270 Kilometer. Am Ende war der Staub in jeder Ritze des Gepäcks und des Körpers gedrungen. Wir sind dankbar, dass wir diese Staubpiste mit den wohl witzigsten Grenzübergängen der Welt gut hinter uns gebracht haben (am Ende konnten wir auch nicht duschen – eine Tonne mit kaltem Wasser stand für uns bereit)
- da das Boot, das wir nehmen wollten, zum Flüchtlingstransport verdonnert wurde (ehemalige Flüchtlinge von Sambia zurück in den Kongo) und wir das nur wenige Tage vor unserer Abfahrt erfahren haben, blieb uns nur eine Luftalternative für den Transport von West nach Ost Tansania: 2000 Kilometer in drei Stunden bis nach Dar es Salaam in einer kleinen Propellermaschine.
- Dann Tansania-Sambia: 1860 Kilometer per Bahn. drei Tage Zugfahrt in einem afrikanischen Zug – kein ICE! Dafür konnten wir Elefanten und Giraffen sehen und zwei tolle Sonnenuntergänge bestaunen. Wir wurden vor Dieben gewarnt daher war ständig einer als Wache im Abteil und wir waren nur zögerlich mit der Verpflegung im Zug, da öfter wohl mal Schlafmittel drin ist, damit dann die Leute ausgeraubt werden können. Den Kindern hat es Spaß gemacht, wenn es auch anstrengend war, da toben und rennen sich doch recht in Grenzen hielt. Es war aber trotz allem eine angenehme Reise.
- Dann 200 Kilometer Linksverkehr im Rechtslenker bis zum Tagungsort in den Nähe von Lusaka – nachts in Sambia. Kaputt waren wir, aber dankbar, dass wir gut und gesund angekommen sind.

Die gleiche Tour erwartet uns bei der Rückfahrt in zwei Wochen. Jetzt freuen wir uns aber erst mal drauf, uns mit unseren Kollegen auszutauschen und zu sehen, wie sie arbeiten und in welchen Problemen sie stecken und wie sie sie angehen. Wir hoffen, dass uns das dann für unsere Arbeit hilft.

Montag, 27. Juli 2009

…wir können schon von der Planung einer Reise viel erzählen.

Eigentlich sollte unsere Reise Morgen (29.7.)losgehen. Wir wollten mit dem Auto bis nach Kigoma (tansanische Grenze) fahren und dann dort auf` s Schiff gehen, dass uns in 3 Tagen über den Tanganykasee nach Sambia bringen sollte. Vor ein paar Tagen bekamen wir die Info, dass das Schiff erst eine Woche später (5.8.) Richtung Sambia fahren wird, da es an unserem Abreisetag Flüchtlinge aus dem Kongo transportieren muss. O.k. das ist für uns jetzt zwar umständlich, den Rest der Reise wieder neu zu organisieren ( wo, wann schlafen, welche weiteren Transportmöglichkeiten müssen wir neu organisieren?), aber das ist halt Afrika!
In der Nähe von Lusaka findet ein Treffen (11.8.- 17.8.) der Liebenzeller Mission für ihre Afrika- Missionare statt, so wollten wir davor noch ein bisschen das Land erkunden.
Aber gestern kam, nachdem wir nun neu organisiert hatten, wieder ein Anruf aus Tansania. Das Boot wird leider auch nicht am verschobenen Termin Richtung Sambia ablegen,…aber die Woche darauf (12.8)bestimmt! Doch das ist für uns zu spät! So saßen wir nun gestern ganz geplättet auf unserer Terrasse und dachten schon etwas zerknirschter: Das ist halt Afrika!
Also frisch ans Werk und nochmal neu überlegen, wann, wo, wie hinkommen, telefonieren, mailen, absagen, neu arrangieren,….
So langsam sind wir richtig urlaubsreif!
Aber was toll ist, wir können jetzt die sperrigen Schwimmwesten zu Hause lassen!
Von unserer Reise an sich, wird es bestimmt dann auch einiges zu berichten geben, denn 3 Tage im Zug mit ein paar kleinen Kindern ist bestimmt auch eine Reise wert!

Dienstag, 21. Juli 2009

Dreckiges Wasser


Gestern hatte ich ein Erlebnis, das ich sonst nur nach früheren Zeltlagern mit Kindern kannte: Duschen lohnt sich! 5 Tage waren mein Kollege und ich mit 45 Jugendlichen in Muramvya auf einem Bibelcamp. Da es dort kein fließendes Wasser gibt, fiel auch die Katzenwäsche eher noch geringer aus und somit war das Duscherlebnis und –ergebnis ein tolles (v.a. wen man bedenkt, dass gerade Trockenzeit ist und der afrikanische, feine Staub sich förmlich in jede Pore setzt) … Beeindruckender als dieses Erlebnis sind aber die Sachen, die wir mit den Jugendlichen aus unserem Projekt erlebt während es Camps haben. Wir haben viel zusammen gesungen, gelacht, gebetet und in der Bibel gelesen. Eine tolle lohnenswerte Zeit, wenn man bedenkt, dass viele das erste Mal in Muramvya waren oder noch wichtiger: viele haben keine Eltern mehr und haben in dieser Zeit erfahren, dass auch so eine Gemeinschaft unter Jugendlichen stärken und tragen kann. Ein spezielles Erlebnis war, dass wir jedem eine Bibel schenken konnten. Die Freude darüber war so groß, dass die Teilnehmer erst Mal eine Stunde ausgelassen gefeiert und getanzt haben. Und dass sie die Bibel benutzen, merkte man an den kommenden Morgen. Keiner ließ es sich nehmen, mit SEINER Bibel zu meinen Bibelarbeiten zu kommen. Vieles ist passiert in diesen Tagen: Herzen wurden verändert, intensive Gespräche geführt, Vertrauen wurde aufgebaut und sie ließen sogar mich als Weißen in ihr Leben blicken. Kurz: viele der Jugendlich haben Gott neu oder anders in ihrem Leben erfahren und angenommen. „Ich werde ab jetzt ein anderes Leben führen, “ sagte ein 18jähriger Junge. Einer, der früher auf der Straße lebte und in einer Bande war, die Mädchen und Frauen vergewaltigten.

Donnerstag, 16. Juli 2009

BAHO Rundbrief

Wer möchte kann hier den neuesten Rundbrief des BAHO Projekts lesen. Viel Spaß!

Freitag, 10. Juli 2009

Was uns umtreibt

Da unsere Kollegen zur Zeit im Heimataufenthalt sind, kommen auf uns noch mehr Verwaltungsaufgaben mit zu. Ich bin gerade viele Stunden dabei, mich um Autos zu kümmern (Reparaturen, Versicherungen etc.), bei Banken anzustehen, Rechnungen wie Rentenversicherung unserer Arbeiter oder Strom/ Telefon etc. zu bezahlen. Daneben halten uns immer wieder Baugeschichten (ihr erinnert Euch, dass wir in Muramvya ein Klassenzimmer bauen?) oder Abschiede von Menschen, die wir kennen gelernt haben, in Atem. Im Peace House kommt das Projekt, ich muss darüber glaub ich mal berichten!, endlich ins Rollen. Heute hatten wir eine konstituierende Sitzung aller beteiligten Partner. Der letzte, der dazu eingeladen war, kam 70 Minuten nach Beginn der Veranstaltung! Eine Leistung, v.a. wenn man bedenkt, dass er eigentlich die Trägerschaft dieses Gremiums übernehmen soll. Dann sind gerade viele Burundier krank, weil Trockenzeit ist – in der Bank wird man dadurch zum Beispiel beim Warten für das Erledigen eine Einzahlung (90 Minuten warten!) von allen Seiten angeniest und angehustet und das bei einer wartenden Menschenmenge, die an die Menge von Wartenden auf die Sonderangebote bei Aldi erinnert – nur in dreifachen Ausmaßen, auch was die Ungewohntheit des Umgangs der Wartenden untereinander anbelangt.
Daneben bereiten wir eine Bibelfreizeit vor – nächsten Freitag geht es für fünf Tage mit 50 Jugendlichen auf ein Lager: Spiele, Bibelarbeiten und gemeinsame Aktivitäten stehen auf dem Programm. Ich freu mich schon auf die Zeit!