Mittwoch, 17. Juni 2009
Administration
Ich nutze eine kleine Zeitlücke gerade, um ein Erlebnis der letzten Tage festzuhalten. Seit drei Tagen fühl ich mich wie Tom Cruise in Mission impossible (egale welche Folge). Ich jage jemanden. Und zwar ein Dokument mit dem Kürzel PV 546/553. Es befindet sich irgendwo und es ist DAS Dokuement, das uns hilft, einen (unverschuldeten) Unfall zu regeln. Zuerst muss man jemanden kennen, der hilft, rauszukrigen wo das ist. Dann ist dieser Mensch nicht da, obwohl er es bestätigt hat. Dann gestern hat er mich in das Büro gebracht, wo ich den Fall erledigen sollte – aber Mittwoch Mittag ist Sport in allen Verwaltungen (wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass man nur die Leute im Sportanzug stehen und sich unterhalten sieht – vielleicht Training der Standhaftigkeit? Also heute morgen dann war das Büro offen, nur um rauszufinden, dass sich mein Zielobjekt verwandelt hat und eine andere Nummer bei einer anderen Behörde hat. Dort aufgetaucht scheinen schon alle drauf zu warten, dass jemand wie ich komm und rennen dann weg oder spielen ihre Rolle des Versteckens gut. „Das Dokument? Ja das kommt. Aber vielleicht erst nächste Woche. Komm da nochmal vorbei.“ Was tun? Für Hinweise und neue Ideen gibt es eine kühle Cola auf unserer Terrasse …
Keine News
Es gäbe viel zu schreiben, aber wir kommen grad nicht dazu. Luis hat ne Bronchitis, die uns viele Arztbesuche beschert, dann Besuche und Abschiede und eben einfach viel Arbeit. Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen ruhiger wird und wir von Hühner, Administratoren und anderen lustigen und zeitraubenden Begebenheiten erzählen können.
Mittwoch, 3. Juni 2009
Concours de billes
Am 27. Mai feierte Silas mit seinen Freunden seinen siebten Geburtstag! Wir waren wie immer hochmotiviert und hatten uns überlegt einen „concours de billes“ (Murmelwettbewerb) mit den Kindern durch zu führen. Wir haben uns viele verschiedene Murmelspiele ausgesucht, Murmeln besorgt, denn die Kinder haben schon gedroht, nicht zu kommen, wenn sie mit ihren eigenen antreten müssten. Wir dachten, das begeistert bestimmt die Jungs, da sie in der Schule auch immer Murmeln zusammen spielen. Aber weit gefehlt! Vor allem den burundischen Kindern sind solche Geburtstagsgepflogenheiten völlig fremd! Zumal nicht nur die eingeladen Kinder kamen, sondern einfach noch zwei Cousins von einem Kind mit dazu abgeliefert wurden und andere erst gar nicht erschienen. So war ich nach den ersten beiden Spielrunden entnervt und enttäuscht und dachte: „Dann sollen sie halt spielen, was sie wollen“. Aber Stefan hat gemeint: „Wir haben das jetzt vorbereitet, wir ziehen das jetzt durch.“ Und tatsächlich, nachdem sich die Kinder gestärkt hatten und wir einen neuen Versuch gestartet haben, konnte man sogar so etwas wie Gemeinschaftssinn entdecken. Es war auf jeden Fall ein lehrreicher Mittag und zum Schluss war es noch sehr gemütlich, als ein paar Eltern noch zum Essen blieben und wir so wieder ein bisschen Kontakte knüpfen konnten, wobei man dazu sagen muss, dass das Ende der Party auf 18Uhr angesetzt war und die letzte Mutter dann 19.30 Uhr auftauchte – welcome to Africa!
Dienstag, 26. Mai 2009
Faul Ei

Wie auf dem Foto zu sehen ist, mach dieser Klassiker der Kinderspiele auch in Burundi Spaß. Und zwar hier Erwachsenen. Um genau zu sein, sind es Erwachsene, die ehrenamtlich die Kinder des Projekts BAHO betreuen. Wir hatten letzte Woche zusammen drei Tage eine Klausur im Landesinneren, auf der wir die Grundlagen der Arbeit neu festgelegt haben und uns intensiv über die Strategie der Arbeit auseinandergesetzt haben. Dabei ging es nicht immer so lustig, wie auf dem Bild zu, doch am Ende können wir sagen, dass es eine erfolgreiche Zeit war. Wir sind übereingekommen, dass wir mit den Betreuern zusammen ein monatliches Programm für die BAHO Kinder erstellen und mit den Betreuern dann veranstalten. Es soll ein Programm sein, das eine Art Teenikreis ist mit Spielen, Singen etc.
Ab nächsten Monat machen wir uns an die Umsetzung und hoffentlich gewinnen wir jemanden, der uns hilft, das entsprechende Material für die Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Sonst müssen Jacques und ich ran und die Programme ausarbeiten und durchführen. Dies wird auf die Dauer aber schwer zu machen sein, da somit jedes Wochenende ausgebucht wäre. Jetzt fangen wir aber erst Mal an und schauen dann weiter – auf Kirundi: buhoro-buhoro
Sonntag, 17. Mai 2009
Zum Lachen – zum Weinen – zur Toilette!
Am Donnerstag war ich bei der amerikanischen Botschaft eingeladen, um über die Förderung unseres Projektes in Muramvya mit einer Mitarbeiterin zu sprechen. Ich bin ja schon einiges gewohnt, was Sicherheitsstandards in Botschaften anbelangt. Aber die Amis schießen den Vogel ab. Zuerst mal mit Detektor alles absuchen. Dann Handy und Schlüssel abgeben. Dann Geldbeutel dursuchen lassen. Zweite Schleuse: Wieder Detektor, alles absuchen. Dritte Schleuse nochmal alles absuchen und zum dritten Mal Geldbeutel durchsuchen. Nach fast 30 Minuten war ich dann drin! Und habe dann auf die entsprechende Frau gewartet. Dabei meldete sich mein Kaffee vom Morgen, dass er sich von mir verabschieden will. Ich zum Wachposten und ihn gefragt, wo denn die Toilette sei. Und ich dachte zuerst, ich hätte mich verhört. „Es gibt keine“. Nochmal gefragt: gleiche Antwort. Ich glaube, ich habe ihn angeschaut, als käme er vom Mars. Dann bin ich zu der Mitarbeiterin und habe sie gefragt, was jetzt zu tun sei. Sie wusste keinen Rat und schaute mich eher hilfesuchend an. Dabei war ich es ja, der welche brauchte. Und das dringend. Ich hatte dann vorgeschlagen, dass ich eben hinter dem Sofa …. (Pflanzen gab es keine aus Sicherheistgründen)
Kurz, es blieb dann nur eins – wieder raus und ein Restaurant suchen. Nachdem ich die Botschaft verlassen hatte und zurückkam, ging die ganze Prozedur wieder los – drei Sicherheitschecks. Am Schluss habe ich die Dame, von der wir eigentlich finanzielle Hilfe wollten, gefragt, ob wir denn einen Spendenaufruf starten sollten, dass die amerikanische Botschaft in Burundi sich eine Toilette leisten könne. Auf die Antwort warte ich noch. Wahrscheinlich ist sie in einer Sicherheitsschleuse hängen geblieben …
Kurz, es blieb dann nur eins – wieder raus und ein Restaurant suchen. Nachdem ich die Botschaft verlassen hatte und zurückkam, ging die ganze Prozedur wieder los – drei Sicherheitschecks. Am Schluss habe ich die Dame, von der wir eigentlich finanzielle Hilfe wollten, gefragt, ob wir denn einen Spendenaufruf starten sollten, dass die amerikanische Botschaft in Burundi sich eine Toilette leisten könne. Auf die Antwort warte ich noch. Wahrscheinlich ist sie in einer Sicherheitsschleuse hängen geblieben …
Mittwoch, 13. Mai 2009
neuer Rundbrief
Wir haben einen neuen Rundbrief. Wer ihn noch nicht empfangen hat, kommt hier zum download. Wer ihn abonnieren will, kann uns gern eine Mail schicken.
Montag, 11. Mai 2009
Stelle in Bujumbura
Wer hier im Land eine Weile leben will, kann sich in unseren Deutschunterricht einbringen. Mit Gehalt! Bezahlt von u.a. der deutschen Botschaft (Inhaber hat aber keinen Diplomatenstatus!). Hier die Stellenausschreibung:
Stellenangebot ab Sommer 09 in Bujumbura
Für den Deutschunterricht an der Belgischen und Französischen Schule, für Deutschkurse für Burundier und für den Deutschunterricht unserer Missionarskinder wird ein/e Lehrer/in gesucht. Voraussetzungen: Muttersprache Deutsch, abgeschlossenes Deutschlehramtssudium und Französischkenntnisse. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, kann sich einfach bei uns oder bei Martin Kocher (Liebenzeller Mission) melden: 07052/17-126
Stellenangebot ab Sommer 09 in Bujumbura
Für den Deutschunterricht an der Belgischen und Französischen Schule, für Deutschkurse für Burundier und für den Deutschunterricht unserer Missionarskinder wird ein/e Lehrer/in gesucht. Voraussetzungen: Muttersprache Deutsch, abgeschlossenes Deutschlehramtssudium und Französischkenntnisse. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, kann sich einfach bei uns oder bei Martin Kocher (Liebenzeller Mission) melden: 07052/17-126
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