Sonntag, 5. April 2009

Wir sind umgezogen!

Nach jetzt neun Monaten im Land haben wir beschlossen umzuziehen. Weg von Bujumbura, ganz woanders hin … Nein, nein, nicht ganz weit weg.
Keine Sorge – wir bleiben dem Land und seinen Leuten erhalten. Aber Urlaub muss sein, deshalb sind wir jetzt mal 2 Wochen über Ostern weg – unser erster richtiger längerer Urlaub seit fast drei Jahren. Aber vorher noch einige Schlaglichter auf das, was uns gerade umtreibt: Silas hat sein zweites Zeugnis bekommen (belgische Schule hat Trimester) und wir sind sehr zufrieden mit ihm, genauso wie seine Lehrerin. Nils freut sich wie ein Bär auf den Urlaub und Luis fängt an, sich auch verbal in alles einzumischen – eine lustige und anstrengende Lebensphase … Mein Kollege Jacques ist traurig, dass wir uns zwei Wochen nicht sehen, er will uns am Montag extra noch verabschieden. Wir haben in den letzten Tagen so was wie eine Jahresplanung zusammen gemacht und dabei festgestellt, dass wir wirklich in vielen Dingen an einem Strang ziehen. Das ist toll und hat uns als Familie bestätigt, dass es gut ist, hier zu sein und in dem Projekt mitzuarbeiten (also doch kein allzu langer Abschied von Burundi). Neben einem Sommerlager mit einigen Kindern des Projekts im Juli wartet im Mai ein Arbeitswochenende mit den ehrenamtlichen Betreuern des Projekts auf uns und mit Hilfe der deutschen Botschaft in Burundi bauen wir ab Anfang Mai ein Klassenzimmer in Muramvya im Landesinneren. Dort wollen wir dann einen Kurs in Sekretariat/ Büroarbeit für Schulabbrecher anbieten und somit eine kleine Berufsschule leiten. Das sind mal einige der Pläne und Teile der Arbeit, die auf uns nach dem Urlaub warten. Also – es bleibt spannend, schalten Sie auch in zwei Wochen wieder ein, wenn es heißt: „Wir sind zurückgezogen“. Übrigens: das Fahrrad ist nicht wieder aufgetaucht und der Nachtwächter weiß auch nichts. Und auf jeden Fall wünschen wir allen Lesern Frohe Ostern!

Freitag, 3. April 2009

„Internationales Frauenfrühstück“

Da in den letzten Tagen viel los war (Besuch von leitenden Mitarbeitern aus Liebenzell) nehmen wir jetzt mal eine ältere Nachricht, die trotzdem interessant ist:
Vorletzte Woche hatte ich (Tanja) einen schönen Morgen mit Müttern aus Silas Klasse. Ich habe ein paar Frauen zum Frühstück zu uns nach Hause eingeladen, um ein bisschen Kontakte zu knüpfen.
Es war sehr interessant und unterhaltsam. Eine Inderin erzählte wie sie vor 11 Jahren nach Bujumbura verheiratet wurde und mit ihrem für sie ausgewählten Mann sehr zufrieden ist,…das gab Gelächter, weil es sich für die europäische Ohren so unwirklich anhört. Der österreichische Dialekt war auch beim Französischsprechen nicht zu überhören, die „schwäbische Hausfrau“ verwöhnte die Gäste mit Hefezopfweckle und selbstgemachten Marmeladen. Die Kolumbianerin kippte aus Versehen ein Wasserglas um und erzählte von einem kolumbianischen Ritual, bei dem man ebenfalls Wasser verschüttet, um sich bei der Erde zu bedanken, die Burundierin hielt sich eher im Hintergrund aber lachte immer wieder ausgelassen und mit der Belgierin war es einfach nur „jouette“ (nett und gesellig).
Als wir uns später wieder in der Schule trafen, um die Kinder abzuholen, waren wirklich alle ganz angetan von unserem gemeinsamen Frühstück und meinten einstimmig, das müssenn wir bald wieder machen!

Donnerstag, 19. März 2009

In Afrika geht nichts verloren!!!

Gestern Abend erlebten wir eine besondere Überraschung. Ich hatte die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, aber andere Stimmen meinten: „Damit musst du rechnen!“ Also, das erste Päckchen, dass zu uns nach Afrika von meiner Schwester im Oktober auf den Weg geschickt wurde, ist heute angekommen,…mit Lebkuchen, Weihnachtsservietten und Haselnüsse zum Plätzchenbacken! Das Päckchen kam ziemlich ramponiert an, hatte ja auch schon eine lange Reise hinter sich, denn es hat wohl einen kleinen Umweg über Zimbabwe genommen!

In Afrika geht nichts verloren!!!

Gestern Abend erlebten wir eine besondere Überraschung. Ich hatte die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, aber andere Stimmen meinten: „Damit musst du rechnen!“ Also, das erste Päckchen, dass zu uns nach Afrika von meiner Schwester im Oktober auf den Weg geschickt wurde, ist heute angekommen,…mit Lebkuchen, Weihnachtsservietten und Haselnüsse zum Plätzchenbacken! Das Päckchen kam ziemlich ramponiert an, hatte ja auch schon eine lange Reise hinter sich, denn es hat wohl einen kleinen Umweg über Zimbabwe genommen!

Montag, 16. März 2009

Fahrrad



Letzte Woche war Fahrradwoche: da teilweise zwei unserer Autos in der Werkstatt waren, hatte ich das Vergnügen mehr mit dem Rad unterwegs zu sein, eben auch um dienstliche Sachen zu erfledigen. Das macht in dieser Kultur Spaß, denn von jedem Weißen wird erwartet, dass er ein Auto hat. Auto ist hier Symbol des Reichtums (kennen wir doch irgendwoher?) und wer es hat, ist auf jeden Fall damit unterwegs, auch wenn es nur 200 Meter sind (kennen wir doch woher?). Wer es hat, muss es zeigen. Wenn man als Weißer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, dann stiftet das Verwirrung und wird unter Sport abgetan. Und wenn ich dann sage, nein kein Sport, sondern Fortbewegung, ist die Verwirrung komplett. Dann kam gestern der große Tag: auf meinem Tacho war die magische Grenze von 9999,9 Kilometern mit meinem Fahrrad erreicht, bevor ich 100 Meter später wieder bei 0 beginnen konnte. Und zu guter letzt wurde in der Nacht (wahrscheinlich vorgestern) bei uns aus der Garage ein Fahrrad unserer Arbeiter geklaut. Das bringt jetzt natürlich Probleme mit sich – hat der Nachtwächter geschlafen?, war er beteiligt?, wer kann wie nachts hier auf unser Grundstück? Das sind Fragen, die wir gerade versuchen zu klären und Sherlock Holmesmäßig aufzuklären. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, setzen wir eine Cola aus. Uns hat es jedenfalls darin bestärkt, nun doch noch nach Hunden zu suchen, die eventuell/ hoffentlich mehr auf der Hut und vor allem nachts mehr wach sind.

Donnerstag, 12. März 2009

Nigerianer zu Besuch

Gestern Abend hatten wir ein nigerianisches Ehepaar, das wir aus der Gemeinde kennen, zu Besuch. Er arbeitet bei der Botschaft als Finanzattache und hat nun nach einem Aufenthalt in China eine Stelle in Burundi angenommen. Da sowohl China als auch Nigeria Stationen in meinem Leben waren, war es natürlich sehr interessant, sich auszutauschen. Spannend war zu hören, wie es Ihnen als Westafrikaner in Ostafrika geht. Manche Beobachtungen konnten wir voll mit ihnen teilen, wie zum Beispiel die Haltung der Väter den Familien gegenüber hier in Burundi (vgl. Artikel „Papa ist in der Kneipe“ in der letzten Ausgabe von „Mission weltweit“) und bei manchen Meinungen kamen wir fast schon in der Rolle derer, die sich schützend vor die Burundier gestellt haben und versucht haben, die Kultur hier zu erklären und zu relativieren, was zum Beispiel die Korruption im Land anbelangt oder Fragen der kirchlichen Aktivitäten hier. Wir sind sehr gespannt, wie sich der Kontakt weiter entwickelt. Ansonsten beschäftigen uns gerade ein Riesenloch im Garten, das gebuddelt wurde, weil ein Abwasserloch verstopft/ kaputt ist (es gibt hier keine zentrale Abwasserentsorgung, sondern Klärstufen im Garten) und wir freuen uns über burundische Führerscheine, die wir erhalten haben. Im Projekt sind wir dabei, Besuche der Kinder in Muramvya zu planen. Dort wollen wir eine neue Struktur der Mitarbeiterschaft aufbauen und in diesem Zug einige der von uns betreuten Kinder besuchen.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Närrische Tage



Da ja in einigen Bundesländern Ausnahmezustand herrschte, wollen wir kurz beschreiben, wie Fasching hier funktioniert: erste gute Nachricht: unsere Kinder haben Faschingsferien und freuen sich, ins Freibad gehen zu können. Zweitens: am vergangene Freitag, letzter Schultag, gab es einen Schulfaschingsumzug und ich glaube, das wäre für alle Faschingfans ne volle Gaudi gewesen – Kinder aus ich weiß nicht wie vielen Nationen haben sich verkleidet und zusammen einen Faschingszug durch die belgische Schule gemacht – das war wirklich sehr bunt und beeindruckend und kommt auf dem Bild leider nicht so richtig raus. Trotz allem bin ich froh, diesem Trubel ein Stück zu entkommen – Fasching war nie so mein Ding. Und da wir gerade beim Fliehen der Närrischen Tage sind: in Burundi ist seit letzter Woche eine Delegation des Landtags Baden-Württemberg. Landwirtschaftsminister Hauck ist mit rund 30 Personen hierher gekommen, um verschiedene Projekte anzuschauen. Dabei hoffen natürlich nicht nur wir, sondern auch viele andere Organisationen im Land, dass die Landesregierung ihre Versprechen, enger mit Burundi zusammen zu arbeiten und die Partnerschaft damit lebendig zu machen, einlösen wird. Schade fanden wir persönlich, dass die Delegation es nicht geschafft hat, eines unserer Projekte hier anzuschauen.